2020-12-16 14:46:32

Gebärmutterhalskarzinom und HPV Virus

Bei Frauen gehört Gebärmutterhalskrebs zu den zweithäufigsten Todesursachen. Durch eine im Jahr 1970 eingeführte Vorsorgeuntersuchung – dem sogenannten PAP- Abstrich – konnten Erkrankungsfälle in Deutschland um mehr als 50 % reduziert werden. Der PAP Abstrich geht auf seinen Begründer George Papanicolao zurück, der schon in den vierziger Jahren den Zusammenhang zwischen charakteristischen entzündlichen Vorstufen am Gebärmutterhals und einer daraus resultierenden Krebserkrankung erkannte.

Für die Durchführung eines PAP Abstrichs werden mithilfe eines Wattestäbchens oder einer kleinen Bürste Zellen völlig schmerzfrei vom Gebärmuttermund entnommen, auf ein Glasplättchen aufgetragen, haltbar gemacht und zur zytologischen Untersuchung ins Labor geschickt.

In Anlehnung an die Münchener Nomenklatur werden fünf Stadien unterschieden.

Pap  1  normale, gesunde Zellen
Die nächste Kontrolluntersuchung erfolgt nach einem Jahr.

Pap 2  Zellen mit Zeichen einer harmlosen entzündlichen oder degenerativen Veränderung ohne weitere Auffälligkeiten.
Die nächste Kontrolle erfolgt nach einem Jahr.

Pap 3 Unklarer Befund mit stärker ausgeprägten entzündlichen und /oder degenerativen Veränderungen.
Der Abstrich wird zeitnah wiederholt. Eine Untersuchung auf HPV ist anzuraten.

Pap  3 d Zellen mit leichten bis mäßigen Veränderungen.
Der Abstrich sollte nach drei Monaten wiederholt werden. Ggf. wird eine Kolposkopie mit Biopsie durchgeführt.

Pap  4 a Mäßige bis schwere Neoplasien bzw. Anzeichen eines Carcinoma in situ .Es wird eine Kolposkopie mit Biopsie und ggf. eine Konisation durchgeführt.

Pap 4b Schwere Neoplasien, ein invasives Karzinom kann nicht ausgeschlossen werden.
Durchführung einer Kolposkopie mit Biopsie und Konisation.

Pap 5 Hochgradiger Verdacht auf das Vorliegen eines Gebärmutterhalskarzinoms.

Entstehung von Gebärmutterhalskrebs

Seit 1980 ist bekannt, dass Gebärmutterhalskrebs durch humane Papillomaviren ausgelöst werden kann.

Allerdings führt nicht jede Infektion mit HPV auch zu einer Krebserkrankung.

Mehr als 80 % der Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Das Immunsystem ist jedoch fast immer in der Lage die Infektion zu bekämpfen und zur Ausheilung zu bringen.

Erst wenn 1,5 Jahre nach der Infektion noch Zellveränderungen vorhanden sind, ist der Körper überfordert und es kommt zur Ausbildung von Krebsvorstufen – sogenannten Präcancerosen.

Diese Präcancerosen lassen sich im PAP – Abstrich nachweisen.

Es dauert jedoch Jahre und oft auch Jahrzehnte bis aus einer Präcancerose eine manifeste Krebserkrankung entsteht.

Therapiemöglichkeiten

1)   Stärkung des Immunsystems

Virusinfizierte Zellen werden von speziellen Zellen des Immunsystems – den natürlichen Killerzellen – attackiert. Bei einer reduzierten Anzahl von natürlichen Killerzellen im Blut ist das Immunsystem nicht in der Lage die Infektion zu bekämpfen. Somit ist es wichtig die Anzahl der im Blut zirkulierenden NK Zellen durch therapeutische Maßnahmen zu erhöhen.

Präparate, die die Produktion der NK Zellen stimulieren:

– Nutriglucane
– Mistel
– Biobran

2)   Symbioselenkung in der Scheide

Der Erreger ist nichts – das Milieu ist alles!

Unter diesem Aspekt wird klar, welchen Stellenwert eine physiologische Scheidenflora bei der Abwehr unerwünschter Krankheitserreger hat. Eine gute Methode das physiologische Gleichgewicht wieder herzustellen, bietet die Anwendung von Milchsäure- und ggf. Thymianzäpfchen.

3)Ernährung

Bei einer Entzündung werden im Körper Prostaglandine – sogenannte Entzündungsmediatoren –  frei gesetzt.

Auch viele tierische Produkte enthalten eine Prostaglandinvorstufe – die Arachidonsäure.

Bei einer Entzündung sollte daher stets die Zufuhr von Arachidonsäure (Omega 6 Fettsäuren 9 stark reduziert werden. Stattdessen sollte das Augenmerk auf einen Ernährung mit einem hohen Anteil an Omega 3 Fettsäuren gerichtet werden, die u.a. in Raps- und Leinöl enthalten sind.

 

4)Kondome

Zur Verbesserung der Spermienbeweglichkeit wird der saure PH Wert der Scheide durch das basische Ejakulat erhöht. Fakt ist jedoch, dass auch Krankheitserreger im alkalischen Milieu wesentlich besser gedeihen. Aus diesem Grund und zur Vermeidung einer ständigen Reinfektion sollte bei HPV Infektionen und PAP Veränderungen ein Kondom verwendet werden und auch der Partner mitbehandelt werden.

 

 

Studienlage

Studien weisen in den letzten Jahren vermehrt darauf hin, dass auch spezifische Östrogenabbauprodukte und deren Konzentration einen wichtigen Triggerfaktor  bei einer durch HPV ausgelösten Krebsentstehung darstellen.

Dies stellt u.a. auch eine Erklärung dafür da, warum generell nicht alle Frauen mit einer HPV Infektion an Gebärmutterhalskrebs erkranken.

Entscheidend ist dabei immer wie das Östrogen im Körper abgebaut wird.

Östrogen ist ein fettlösliches Hormon, das zunächst wasserlöslich werden muss um dann über die Niere und Gallenflüssigkeit ausgeschieden zu werden.

 

 

„Schlechte“ Östrogenmetabolite

4 OH Estron

4 OH Estron gehört zu den potentiell cancerogenen Abbauprodukten, die auch außerhalb der Leber in Brust, Niere, Prostata, Gebärmutter und Plazenta gebildet werden.

4 OH Estron kann am Rezeptor eine östrogenartige Wirkung erzielen und damit die Zellteilung anregen.Wird 4 OH Estron umgebaut, kann es direkt an die DNA binden und entsprechende Mutationen auslösen, die eine Tumorentstehung begünstigen können.

 

16 OH Estron

16 OH Estron hat einen starke östrogenartige Wirkung. Es bindet irreversibel an Östrogenrezeptoren und hat somit einen lang anhaltenden DNA stimulierenden Effekt. Die Zelle teilt sich nun öfter, wobei bei jeder Teilung Mutationen entstehen können, die wieder zu Tumoren führen können.

Als Schutz vor hormonabhängigen Tumoren ist das Augenmerk auf einen möglichst hohen 2 OH Estronspiegel zu lenken, wobei die Produktion von 4 OH und 16 OH Estron gesenkt werden sollte.

Auch bei Cervixkarzinomen scheint der Zusammenhang zwischen einem erhöhten Spiegel an 16 OH Estron und einer Krebsentwicklung gesichert zu sein.

So scheint in diesem Fall das HPV Virus nicht der alleinige Auslöser für die Krebsentstehung zu sein, sondern dem 16 OH Estron den Weg zu bereiten.

Bei einem erhöhten 2 OH Estronspiegel können sich Krebsvorstufen hingegen wieder zurück bilden. Hier hat sich gezeigt, dass 3 Indol Carbinol die Synthese eines Enzyms induziert, welches Östrogen zu 2 OH Estron abbaut.

3INDOL Carbinol und die Anwendung bei Cervix – Dysplasien und einem Carcinoma in situ

In der „ Placebo controlled trial of indole 3 carbinol in the treatment of CIN „ Studie wurden drei Gruppen gebildet.

Die Palcebogruppe enthielt kein Indol 3 Carbinol, die zweite Gruppe 200 mg pro Tag und die dritte Gruppe 400 mg pro Tag.

Die Dysplasien variierten dabei zwischen schwerer Dysplasie (PAP 3 d) und carcinoma in situ (PAP 4 a).

Die Behandlung wurde kontinuierlich über einen Zeitraum von drei Monaten durchgeführt. Nach dieser Zeit konnte in den Gruppen, die 3 INDOL Carbinol erhielten, die Hälfte aller Frauen eine Remission erreichen. Somit hatten sich die PAP Veränderungen bei diesen Frauen komplett zurück gebildet und der PAP Wert war wieder normal.

In der Placebogruppe war dies bei keiner der Frauen der Fall.

In einer weiteren Studie der „Anti estrogenic activities of indole 3 carbinol in cervic cells“ : implication for prevention of cervical cancer“ wurde in einer Zellreihe in vitro untersucht, ob INDOL 3 Carbinol an den Östrogenrezeptor von Zervixzellen bindet und sich somit protektiv auswirkt. Es zeigte sich, dass sowohl Indol 3 Carbinol als auch 2 OH Estron an diesen Östrogenrezeptor binden und damit die Auswirkungen einer HPV Infektion verhindern.

Das Ergebnis dieser Studien war, dass INDOl 3 Carbinol einen ausgeprägten Antiöstrogeneffekt aufweist und somit die Ausbildung eines Cervixkarzinoms verhindern kann.